Was ist Tai Chi?

Tai Chi (auch Tai Chi, Taiji oder Taijiquan geschrieben und “tai-tschi” gesprochen) ist ein Weg der inneren Schulung, dessen Wurzeln viele Jahrtausende zurück reichen und dessen Grundlagen in den klassischen taoistischen Texten, wie z. Bsp. dem I Ching oder dem Tao Te King, formuliert wurden.

Als “Meditation in Bewegung” oder “Schattenboxen” bekannt, vereint dieses praktische Übungssystem so unterschiedliche Aspekte wie Persönlichkeitsentwicklung, Heilgymnastik und Kampfkunst. Während das Innere Wachstum den Hauptzweck und damit das Hauptarbeitsfeld des Trainings darstellt, bilden die Kampfkunstaspekte einen interessanten Rahmen für die Partnerübungen. Eine langfristig höhere körperliche, emotionale und geistige Belastbarkeit und Elastizität stellen die Schlüsselfaktoren für eine robuste Gesundheit dar.

Ausgehend von fließenden Bewegungsfolgen wird die Wahrnehmung schrittweise auf halb- bis anfänglich unbewußte Aspekte des inneren sensorischen Erlebens gelenkt, um anschließend die Intention so zu verfeinern, dass eine subtilere motorische Ansteuerung bei der Bewegungskoordination erreicht wird. In diesem Lernprozeß wächst durch die nach innen gerichtete Wahrnehmung und die nach innen gerichtete Intention wächst das innere Verständnis.

Dieser nach innen gerichtete Lernprozeß kann mit dem normalen Alltagsgeist, der stark mit den äußeren Sinnensorganen verbunden ist, nur anfänglich unterstützt werden. Nach dem Erlernen der Bewegungsfolgen spielt das Zur-Ruhe-Bringen des Alltagsgeistes eine immer wichtigere Rolle, damit die darunter liegenden Schichten des Tiefen Geistes ins Bewußtsein vordringen und willentlich angesprochen werden können.

In dem Maße wie sich die Fähigkeiten und Fertigkeiten auf einer Stufe entwickeln, kann im Lernprozeß eine neue tiefere Ebene des gleichen Prozesses angegangen werden.

Ebenen des Prozesses vom Groben zum Feinen:

  • Große Bewegungen
  • Kleine, subtile Bewegungen
  • Veränderungen von Muskelzuständen und wellenartige Bewegungen
  • Veränderung von Druck- und Zug-Kräften im Körper
  • Energetisierung von Muskeln
  • Motivierung

Ein mit dieser Methode entwickeltes Bewegungsbewußtsein zeichnet sich durch ein subtiles Verständnis der natürlichen Körpermechanik aus, das im Zusammenhang mit dem entspannten, aber dennoch wachen und fokussierten Zustand des Tiefen Geistes die Entwicklung einer entspannten, elastischen Körperkraft (Jin) entwickelt, die beim Push-Hands, den Partnerübungen des Tai Chi, gleichermaßen weich und unwiderstehlich wirkt.

Das Trainingsprogramm ist für einen Zeitraum von 7-14 Jahren ausgelegt und geht davon aus, dass mindestens 2-3 Mal pro Woche trainiert wird. Spätestens nach 21 Jahren intensiven Trainings richtet sich der Lernprozeß auf Aspekte, die über den Tiefen Geist hinausgehen.

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